05. August 2022 – Seattle 2. Tag

Spannend ist, dass es wirklich Unterschiede in den Betten gibt. Ich habe hier herrlich geschlafen, trotz Grossstadtlärm ringsherum. In Yakima war ich um 3 Uhr morgens wach, da mich das Klimagerät auf dem Vordach extrem gestört hat. Da haben wir unsere im Zimmer immer ausgestellt und dann lärmt die ganze Nacht das Gerät auf dem Vordach. Ekelhaft. Ausserdem hat das Bett bei jeder Bewegung geschaukelt und ich bin bei jeder Drehung von Nicolas geschaukelt, er natürlich auch bei meinen Bewegungen. Selten so schlecht geschlafen.

Irrtümlich bin ich davon ausgegangen, dass das Frühstück im Hotel inklusive ist. Wir sind um 7 Uhr aufgestanden und standen um 8 Uhr im 2. Stock bereit für das Frühstück. Doch da wartete eine recht lange Schlange darauf zu frühstücken. Dann sahen wir ein Schild, dass das Frühstück 22.99 Dollar pro Person kostet und sahen das magere Buffet. In Seattle mit 10% Tax kostet uns ein Frühstück dann locker um die 100 Dollar für die ganze Familie. Das war uns definitiv zu teuer.

Also sind wir wieder ins Zimmer und haben uns bereit gemacht für unsere letzte Fahrt mit unserem treuen Mietwagen.

Wir fuhren zu einem IHOP in der Nähe und haben dort für die Hälfte des Geldes sehr gut gefrühstückt. Im Anschluss sind wir zu GOODWILL gefahren, dort werden Spenden aller Art entgegen genommen und haben dort unsere Kühlbox und die Tupperwaredosen abgegeben, die uns gute Dienste auf der Reise geleistet haben. Hier wurde es sehr gerne angenommen. Im Anschluss fuhren wir nach Redmond ins Visitor Center von Microsoft. Es ist sehr ähnlich wie bei Apple auf dem Campus (mindestens so wie es damals 2016 war, als wir dort waren). Schöne Anlage mit Besucherparkplätzen, viel Grünfläche und ein Visitorcenter mit Shop. Wir schauten uns alles an und machten eine Runde über den Campus. Es ist sehr schön gestaltet und wirkt wie eine Stadt oder mindestens wie ein Dorf. Es hat einen Coiffeur, diverse Verpflegungsmöglichkeiten usw. Da wir bereits wieder hungrig waren (heute war ein unglaublicher Fresstag), assen wir dort gleich zu Mittag.

Danach fuhren wir zurück nach Seattle und gaben unser Auto bei Alamo ab. Eigentlich wollten wir von dort gleich weiter in die Stadt, aber das Magengrummeln bei Lucien und sein flehendes Gesicht , weil er extern nicht aufs Klo geht, haben uns veranlasst, wieder ins Hotel zu laufen. Was sich als gute Idee erwies, da schlussendlich alle Magengrummeln hatten :-). Nachdem alle Ballast abgeworfen hatten, liefen wir runter an den Hafen zum „The great Seattle Wheel“, wo wir Tickets kauften und auf dem Riesenrad fuhren. Die Sonne schien heute wieder und es war trotz Wind sehr angenehm.

Für 17 Uhr haben wir Tickets für die „Space Needle“ reserviert. Wir hatten genügend Zeit, um hinzulaufen. Es war herrlich, der Küste entlang, die Häuser rechts, das Wasser links… traumhaft.

Kurz vor 17 Uhr stellten wir uns bei der Space Needle an und kamen auch recht schnell vorwärts. In den 40. Stock ging es mit einem Lift. Oben angekommen konnte man draussen die herrliche Aussicht geniessen und Fotos machen. Alles ist mit Glas gesichert, aber es ist einem trotzdem etwas mulmig, wenn man sich an die Scheibe setzt für Bilder…

Dann ging es zu Fuss zwei Stockwerke runter, wo der Glasboden auf der Drehscheibe wartete. Ich konnte fast nicht darauf treten und habe nur schnell ein Foto gemacht und mich dann vom Glasboden ferngehalten. Nicolas und Lucien haben ausgiebig geschaut und Bilder gemacht. Danach ging es wieder mit dem Lift nach unten. Wir erfuhren, dass die Space Needle so hoch ist, wie der Hafenbereich tief ist. Sie wurde von April 1961 – April 1962 gebaut und sollte das für Seattle sein, was der Eiffelturm für Paris ist.

Inzwischen war halb sieben und Nicolas schwebte seit ein paar Stunden ein Frappuccino im Kopf herum. Leider machen die Starbucks hier sehr früh zu. Die Stimmung sank dann ein bisschen. Dann meldete das Kind Hunger an, obwohl wir ja bereits recht zu Mittag gegessen hatten. Also ging die Sucherei wieder los. Der Nachteil an den Grossstädten ist wirklich die Restaurantsuche. In der Nähe gab es ein Sushi Restaurant mit Topbewertungen. Als wir ankamen stand da „Only Take away and delivery“. Also versuchten wir direkt vor dem Laden online zu bestellen, hätten aber 45 Minuten auf das Essen warten müssen. Das war uns dann zu lange. Also ging die Suche weiter. Die Stimmung sank… 😉 Nicolas entdeckte ein Restaurant mit mediterraner Küche. Also los… mir war nicht bewusst, dass mediterran bei uns eine andere Bedeutung hat als hier. Wir betraten das Restaurant und bekamen auch sofort einen Tisch, aber vermutlich wären wir hier nicht unbedingt hinein gegangen. Sehr orientalisch angehaucht alles, auch die anderen Gäste. Aber wir wurden sehr herzlich empfangen und man half auch bei unseren Fragen zur Speisekarte und so teilten Lucien und ich uns eine grosse Platte mit Reis, viel Gemüse und Gyros und Nicolas ass Afrikanisches Hühnchen mit Reis und Gemüse. Alles war ganz wunderbar und die Stimmung war gerettet, lach.

Gestärkt schafften wir es dann auch noch zum Hotel zurück. Heute sind wir viel gelaufen und hoffen, dass wir die heutige Fressorgie somit etwas ausgleichen konnten.

Seattle gefällt uns sehr! Es erinnert etwas an San Francisco mit den steilen Strassen. Wie SF hat auch Seattle den Hafen, viel Natur herum und bietet einiges. Die Leute sind hier aber gechillter und es ist auch nicht so überfüllt wie SF. Es hat sehr viele Asiaten, aber es geht alles sehr gesittet zu und her. Also aus unserer Sicht eine tolle Stadt!

Ein Kommentar bei „05. August 2022 – Seattle 2. Tag“

  1. Marianne sagt:

    Sieht toll aus hier, da konntet ihr das Stadtfeeling voll geniessen.

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